Prev Up Next
Zurück zu: Wo ist mein WYSIWYG
Hoch zu: Grundlegende Konzepte und erste Schritte in XEmacs
Weiter zu: Syntax-Hilfen beim Editieren von Quellcode

Dateien und XEmacs: das Ding mit den Puffern

Dateien sind Datenpakete, die auf der Disk gespeichert sind. XEmacs liest eine solche Datei ein (File -- open) und stellt ihr einen Pufferbereich zur Verfügung. Ab diesem Zeitpunkt geschieht ein Austausch mit der entsprechenden Datei (auf der Disk) nur noch, wenn man das will (z.B. save ...). Für alle anderen Operationen ist XEmacs die Datei auf der Disk völlig egal. Will man einen Text wieder aus seinem Fenster verbannen, heißt das Kommando dazu also File - delete buffer und nicht etwa close file. Falls man Änderungen am Text noch nicht abgespeichert hat, wird man allerdings dann danach gefragt, ob man das nicht doch noch tun möchte.

Begrifflich wird es jetzt etwas verwirrend: das Ding, das jeder normale Windows-Benutzer ein Fenster nennen würde, das mit dem bunten Rahmen, das sich bewegt, wenn man es mit der Maus an der Titelleiste packt und schüttelt, das heißt im Folgenden ein Frame. Dieser Frame kann in mehrere voneinander unabhängige Abschnitte geteilt sein, etwa so, wie wenn man mit MS Word for Windows mehrere Dokumente gleichzeitig bearbeitet. Einen solchen Abschnitt eines Frames nennt der Text im Folgenden ein Window.

In XEmacs können mehrere Dateien gleichzeitig editiert werden. Jeder Editiervorgang erhält einen eigenen Pufferbereich. Zwischen den einzelnen Puffern kann beliebig gewechselt und es können Teile hin- und herkopiert werden. Man kann sich dabei aussuchen, ob die entsprechenden Puffer übereinander im selben Frame liegen, ob man ein Frame in mehrere Windows unterteilen will (vertikal oder horizontal) oder ob man einen neuen Frame für den neuen Puffer haben will. Für den Umgang mit den Puffern gilt immer: keine Angst vor brachial scheinenden Methoden. Bevor eine nicht gespeicherte Änderung verloren gehen sollte, fragt XEmacs nach.

Für den Fall eines System-Crashes legt XEmacs während des Editierens Sicherheitskopien an. Diese heißen #filename#, wobei filename der Name der editierten Datei ist. Nach explizitem Abspeichern der betreffenden Datei wird die Sicherungskopie gelöscht. Falls es einmal nötig sein sollte, eine derartige Sicherungskopie über die Shell anzusprechen, müssen die #-Zeichen in Anführungszeichen gesetzt werden, da sie für die Shell Kommentarsymbole darstellen. Zusätzlich zu diesen Sicherheitskopien erzeugt XEmacs eine Kopie der vorletzten explizit abgespeicherten Version des editierten Files. Diese Backup-Dateien heißen filename~. Sie sind nützlich, wenn im Übereifer in einer Datei zuviel gelöscht und diese Version auch noch abgespeichert wurde. Kleinere, noch nicht explizit abgespeicherte Malheurs sind einfach durch wiederholte Anwendung der Undo-Funktion C-x u zu beheben.


www-doc@informatik.uni-tuebingen.de - Version vom 26. April 2004

Prev Up Next